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„Wenn das der Islam ist, sagte ich mir, dann will ich das. Ich will Teil dieser Großzügigkeit sein, dieser Einfühlsamkeit. Ich werde mich diesem Glauben von ganzem Herzen anschließen.“

Lauren Booth, britische Journalistin und Schwägerin des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair, in einem Interview mit Hasan Rahim für die Zeitschrift „The American Muslim“. Sie nahm im Jahr 2010 den Islam an.

„Er (der Koran) ist eine Magna Carta für Frauen!“„Der Koran macht ganz klar, dass Frauen ebenbürtig sind - in Spiritualität, Wert und Bildung. Was jeder vergisst, ist, dass der Islam perfekt ist; die Menschen sind es nicht.“

Yvonne Ridley, britische Journalistin in „A Muslim in the family“, BBC-Nachrichten, 1. Mai 2004 und „Articles of faith“ in der Zeitung The Guardian, 24. Februar 2004. Sie nahm im Jahr 2003 den Islam an.

„Der echte Islam unterscheidet sich stark von dem Bild, das in den Medien gezeichnet wird (oder von den hässlichen Verzerrungen durch bestimmte Extremisten). Es ist nicht nur meine persönliche Interpretation, die sich davon unterscheidet. Jeder, der sich die Zeit nimmt und mit offenem Herzen und Verstand ernsthaft recherchiert (indem er Bücher liest und mit muslimischen Gelehrten spricht, nicht nur durch Surfen im Internet), wird die Tiefgründigkeit des Islam entdecken und in seinen spirituellen und moralischen Lehren seine Wahrheit erkennen.“

Kristiane Backer, deutsche Fernsehmoderatorin, Fernsehjournalistin und Schriftstellerin mit Wohnsitz in London, in einem Interview mit William Dobson 3. September 2012

Das Thema Frauen im Islam wird in hohem Maße missverstanden. Die westliche Welt hat den Islam als frauenfeindlich stereotypisiert. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. In den Augen vieler Menschen im Westen sind muslimische Frauen hinter negativen Klischees versteckt, die sie entweder als unterdrückte, unterwürfige Ehefrauen und Töchter darstellen oder in neuerer Zeit auch als mögliche Terroristinnen.

Schon in uralten Zeiten wurden Frauen missbraucht und misshandelt. In manchen Kulturen wurden sie als Besitz betrachtet, der gekauft, verkauft und geerbt werden konnte! Sie galten als den Männern unterlegen und man gab ihnen die Schuld an Unglücksfällen. Ihr einziger Zweck war es, Männer zu erfreuen. Vor der Zeit des Islam ging es den Frauen in Arabien nicht besser. Als Vorboten der Schande für die Familie wurden Mädchen bisweilen gleich nach der Geburt lebendig begraben!

Der Islam als Religion erhöht den Status der Frau in der Gesellschaft und tritt für ihre Rechte ein. Männer und Frauen haben unterschiedliche, jedoch gleichermaßen wichtige Rollen in Gesellschaft und Familie. Sie befinden sich in einer wechselseitigen Beziehung; beide haben entsprechende Rechte und sind vor Gott gleich. Hier einige der Aussagen im Koran zum Thema Frau:

„Und die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Gute und verbieten das Böse und verrichten das Gebet und entrichten die Zakah und gehorchen Allah und Seinem Gesandten. Sie sind es, derer Allah Sich erbarmen wird. Wahrlich, Allah ist Erhaben, Allweise.“

(Koran 9:71–72)

„Da erhörte sie ihr Herr (und sprach): Wahrlich, Ich lasse kein Werk der Wirkenden unter euch verlorengehen, sei es von Mann oder Frau; die einen von euch sind von den anderen.“

(Koran 3:195)

“Wahrlich, die muslimischen Männer und die muslimischen Frauen, die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, die gehorsamen Männer und die gehorsamen Frauen, die wahrhaftigen Männer und die wahrhaftigen Frauen, die geduldigen Männer und die geduldigen Frauen, die demütigen Männer und die demütigen Frauen, die Männer, die Almosen geben und die Frauen, die Almosen geben, und die Männer, die fasten, und die Frauen, die fasten, die Männer, die ihre Keuschheit wahren und die Frauen, die ihre Keuschheit wahren, und die Männer, die Allahs häufig gedenken und die Frauen, die Allahs häufig gedenken — Allah hat ihnen (allen) Vergebung und großen Lohn bereitet“

(Koran 33:35)

Wie daraus hervorgeht, betrachtet der Koran die Frau als dem Mann spirituell gleichwertig. Beide sind Gottes Geschöpfe, deren Zweck es ist, Gott anzubeten, Gutes zu tun und das Böse zu meiden. Einmal sagte der Prophet der Barmherzigkeit zu seinen Anhängern:

„Die Frauen sind die Zwillingshälften der Männer“

Berichtet von Abu Dawud

, was bedeutet, dass der eine ohne den anderen nicht vollständig ist. Um ein Ganzes zu bilden, sind beide notwendig.

Die Gleichheit von Mann und Frau im Islam geht auf die Erschaffung von Adam und Eva und auf deren Schilderung im Koran zurück. Wie Muslime glauben, wurden Adam und Eva nicht gleich geschaffen, sondern der eine als Ergänzung des anderen. Die Bibel schildert Eva als Verführerin, die Adam dazu verleitete, Gottes Gebot zu missachten. Nach dem Koran jedoch missachteten beide, Adam und Eva, das Gebot Gottes. Beide erkannten und bereuten ihren Fehler und Gott vergab ihnen beiden. Eva trug also nicht allein die Schuld. Im Gegensatz zu den Aussagen der Bibel sind Menstruation und Kindesgeburt keine göttliche Strafe, die jede Frau auf Grund von Evas Ungehorsam erleiden muss. Sie gehören zum Wesen der Frau; Gott hat die Frau so für ihre Rolle in der Familie geschaffen.

Die Geschichte des Islam führt der muslimischen Frau erfolgreiche Vorbilder vor Augen. Chadidscha, die erste Frau des Propheten Muhammad, war eine erfolgreiche Geschäftsfrau. In den frühen Phasen der Mission des Propheten mussten Frauen zusammen mit Männern Verfolgung, Exil und Martyrium erleiden. In den frühen Schlachten, die den Islam in seiner bloßen Existenz bedrohten, sah man Frauen sich um Verletzte kümmern, für Nachschub sorgen und in manchen Fällen am Kampf teilnehmen. Es besteht eine starke akademische Tradition von Musliminnen, die zu den frühesten weiblichen Gelehrten wie Aisha und Umm Salama aufblicken.

Im 7. Jahrhundert gab der Islam den Frauen Rechte und Freiheiten, die sie im Westen erst vor kurzer Zeit erhielten. Frankreich gab der Frau erst im Jahr 1938 das Recht auf Eigentum.  Frauen in Amerika bekamen  das Wahlrecht im Jahr 1920. Geschlechtsspezifische Ungleichheit ist in den USA auch heute noch ein intensiv diskutiertes Thema. Das traditionelle islamische Recht enthält Hunderte von Bestimmungen für die Rechte der Frau, wie z.B. die folgenden:

  • Das Eigentum einer Frau gehört nur ihr und kann nicht von ihrem Ehemann in Besitz genommen werden
  • Das Recht auf Bildung darf einer Frau nicht abgesprochen werden
  • Den Ruf einer Frau zu ruinieren ist eine Straftat
  • Eine Frau kann nicht zur Ehe gezwungen werden
  • Eine Frau kann eine Klage erheben und vor Gericht aussagen
  • Eine Frau kann nach Belieben Verträge abschließen
  • Eheliche Gewalt ist eine Straftat
  • Eine Frau kann die Scheidung von ihrem Ehemann einreichen
  • Frauen erhalten gleiche Bezahlung für ihre Arbeit
  • Eine Muslimin behält bei der Eheschließung ihren eigenen Familiennamen, anstatt den Namen ihres Ehemannes anzunehmen. Diese symbolische Handlung macht deutlich, dass sie eine eigenständige Person bleibt und ihre eigene gültige Identität unabhängig von der ihres Ehemannes besitzt.

Bedauerlicherweise werden muslimische Gesellschaften diesen Idealen nicht gerecht. Als Spiegelbild der Vielzahl an Kulturen und der Bandbreite der Modernisierung und wirtschaftlichen Entwicklung in den muslimischen Nationen gibt es heutzutage innerhalb der muslimischen Welt große Unterschiede beim Thema Frauenrechte. Kultur und Traditionen greifen oft in die wahre Lehre des Glaubens ein oder überschatten sie sogar. In manchen Fällen gibt es für bestimmte lokale Praktiken keinerlei Rechtfertigung in der Religion; ja sie verletzen die Lehre der Religion oft ganz und gar, wie dies z.B. bei Ehrenmorden, Verstümmelung weiblicher Genitalien und Zwangsheirat der Fall ist.


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