Große Religionen, ihre alten Bücher und antiken Gesetze sind zur leichten Beute für leichtfertige und böswillige Leute geworden, zu Objekten des Gespötts für Verzerrer und Heuchler und zu Zielscheiben blutiger Geschehnisse und großen Elends, so sehr, dass sie ihren Schwung und ihre Gestalt verloren haben. Wenn ihre ersten Anhänger und Propheten jetzt wiedererweckt würden, würden sie sie sicherlich zurückweisen und erklären, dass sie sie nicht kennen.
Das Judentum [1]– heute – ist zu einer Reihe von Ritualen und Traditionen ohne Schwung und ohne Leben degradiert worden. Abgesehen davon ist es eine Religion ausschließlich für eine besondere Rasse und birgt weder eine Botschaft für die Welt, noch eine Sendung für die Menschen, noch irgendeine Gnade für die Menschheit.
Diese Religion litt in ihren Glaubensfundamenten, die ihr Motto unter anderen Religionen und Nationen war.
Es war einst eine edle Religion gewesen, war es doch die Religion, welche die Propheten Abraham (Ibrahim) und Jakob (Ya´qub) ihren Kindern zu folgen geboten hatten. Die Juden haben zahlreiche Konzepte vom Glauben korrupter Nationen, mit denen sie ihre Nachbarschaft teilten oder unter deren Vorherrschaft sie gerieten, angenommen. Sie hatten ebenfalls viele Bräuche und Traditionen der Götzendiener übernommen. Dies wurde von unparteiischen jüdischen Historikern bestätigt. In der jüdischen Enzyklopädie können wir lesen, was es ungefähr bedeutet: „Die Verfluchung durch die Propheten wegen der Anbetung von Bildern, zeigt an, dass Götzenanbetung und falsche Gottheiten in den Herzen der Israeliten Einzug erhalten haben und dass sie polytheistische und abergläubische Ansichten übernommen hatten. Der Talmud bezeugt ebenfalls die Tatsache, dass Götzendienst eine besondere Anziehungskraft auf die Juden besaß.Siehe Jewish Encyclopedia Vol. XLL. S. 568-569.
Der Talmud [2]von Babel – den die Juden überaus verehren und über die Thora bevorzugen- zirkulierte unter den Juden des sechsten Jahrhunderts und enthält eine Menge seltsamer Bekundungen ihrer Einfältigkeit, ihrer absurden Aussagen, ihres unverschämten Verhaltens Allah gegenüber, ihrer Verhöhnung der Realität und ihres Spiels mit der Religion und dem menschlichen Verstand. Er zeigt das Ausmaß, mit dem die jüdische Gemeinschaft dieser Zeit Intellektualität und Religiosität degradiert haben.[3]
Was das Christentum angeht[4]so leidet es seit seinen frühesten Tagen unter Verdrehungen durch Extremisten, Veränderungen durch Unwissende und der Mehrgötterei der Römer, die behaupteten, Christen zu sein.Siehe "The Struggle between Religion and Science", (S.40-41) von dem bekannten europäischen Autor Draper.
All diese Verdrehungen, Veränderungen und Götzendienerei sind zur Messe geworden, unter der alle großartigen Lehren von Jesus Christus begraben wurden, und das Licht des Monotheismus und aufrichtigen Gottesdienstes sind hinter diesen Wolken verborgen. Ein christlicher Verfasser spricht über das Ausmaß, in welchem die Trinität seit Ende des vierten Jahrhunderts nach Christus von der christlichen Gemeinschaft aufgenommen wurde:
„Der Glaube, dass ein Gott aus drei verschiedenen Gottheiten besteht, ist seit dem letzten Viertel des vierten Jahrhunderts in das innere Leben der christlichen Welt und ihre Gedanken eingedrungen und wurde seither zum offiziell anerkannten Glauben in allen Bereichen des Christentums. Die Entwicklung der Trinität und ihr Geheimnis wurden bis zur zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts n.Chr. nicht preisgegeben.Siehe New Catholic Encyclopaedia, The Holy trinity Bd. 14 S. 295.
Ein zeitgenössischer christlicher Historiker[5] diskutiert in seinem Buch das Auftauchen des Götzendienstes unterschiedlicher Arten und Gestalt in der christlichen Gesellschaft und die Mannigfaltigkeit mit der die Christen religiöse Riten, Traditionen und Helden von den Götzen von Nationen und Religionen der Antike unter dem Vorwand der Nachahmung, Bewunderung oder Unwissenheit angenommen haben. Er sagte:
„Das Heidentum ist beendet, aber nicht völlig eliminiert. Es ist wohl eher in die Herzen eingedrungen und allem darin wurde toleranter Weise gestattet, im Namen des Christentums und unter seinem Deckmantel weiter zu existieren. Diejenigen, die ihre Götter und Helden aufgegeben haben, nahmen einen ihrer Märtyrer und gaben ihm den Titel eines ihrer früheren Götter, dann errichteten sie eine Statue in seinem Namen. Dies ist es, wie Mehrgötterei und Götzendienst auf diese lokalen Märtyrer übertragen wurden. Bis zum Ende des Jahrhunderts verbreitete sich das Anbeten der Märtyrer und Heiligen über das gesamte Christentum und bildete einen neuen Glauben, der lehrte, dass Heilige göttliche Eigenschaften hätten. Diese Heiligen und verehrten Männer wurden zu Fürsprechern zwischen Gott und dem Menschen genommen und heidnischen Festen wurden neue Namen gegeben, bis das antike heidnische Sonnenfest 400 n.Chr. zu Weihnachten wurde.“
Was die Magier angeht, so waren sie seit jeher dafür bekannt, dass sie die Naturelemente anbeteten, von denen das Feuer das größte ist. Sie haben mit seiner Anbetung begonnen und dazu Altäre und Tempel gebaut, so dass diese Feuerhäuser überall in ihrem Land verbreitet waren und alle anderen Religionen und Glaubensrichtungen mit Ausnahme der Feueranbetung und der Verehrung der Sonne verschwanden. Die Religion war für diese Menschen zu bloßen Riten und Traditionen geworden, die an bestimmten Orten abgehalten wurden[6]
Der dänische Verfasser Arthur Christensen, der das Buch: „Iran während der Herrschaft der Sassaniden“ geschrieben hat, beschreibt ihre verschiedenen religiösen Führer und deren Funktionen. „Diese Funktionäre müssen viermal täglich das Feuer anbeten. Zusätzlich hierzu beteten sie Mond, Feuer und Wasser an. Sie hatten die Anordnung, das Feuer niemals sterben zu lassen oder Feuer und Wasser zusammentreffen zu lassen oder das Metall rosten zu lassen, denn sie verehrten auch das Metall.Iran during the reign of Sasanids” S. 155.
Diese Magier haben die ganze Zeit einen Dualismus praktiziert und dies war zu ihrem Motto geworden. Sie glaubten an zwei Götter: den Gott des Lichts oder Gott des Guten, den sie „Ahur Mazda“ oder „Yazdan“ nannten und der andere Gott war der Gott der Dunkelheit oder des Bösen und wurde „Ahur Man“ genannt. Krieg und Konflikte gab es ständig zwischen beiden.„Iran during the reign of Sasanids“ S. 183-233.
Was den Buddhismus angeht, der in Indien und Mittelasien weit verbreitet ist, so handelt es sich um ein Heidentum dessen Anhänger Götzen mit sich tragen, wohin sie auch gehen. Sie bauen Tempel für diese Götzen und errichten die Statue von „Buddha“, wohin sie auch gehen und sich niederlassen[7].
Was den Brahmanismus, die Religion Indiens betrifft, so war sie für eine Menge Gottheiten bekannt. Ihr Heidentum erreichte im sechsten Jahrhundert v.Chr. seinen Höhepunkt, als die Zahl der Gottheiten 330 Millionen Götter erreicht hatte[8].
Alles ist entsprechend dem Brahmanismus wunderbar, und alles ist nützlich geworden und eine Gottheit zum Anbeten. Während jener Zeit war die Kunst der Götzenherstellung äußerst einträglich geworden und viele Götzenhersteller haben große Mengen an Götzen in verschiedenen Gestalten geformt. Ein hinduistischer Schriftsteller C.V.Vidya schrieb in seinem Buch „The History of Medieval Hindu“, als er über die Ära von König Harash (606-648 n.Chr. ) sprach, die die Zeit der Ankunft des Islam in Arabien ist: „Hinduismus und Buddhismus sind gleichermaßen heidnische Religionen, obwohl der Buddhismus den Hinduismus in seinem Heidentum noch übertroffen haben mag. Der Ursprung des Buddhismus war die Leugnung der Existenz irgendeines Herrn, aber sie nahmen nach und nach Buddha (ihren Gründer) zur größten Gottheit. Später fügte man andere Gottheiten wie Bodhistavas dazu. Das Heidentum hat in Indien derartig seinen Höhepunkt erreicht, dass der Name Buddha in manchen östlichen Sprachen zum Synonym für einen Götzen oder eine Statue wurde.“ Zweifellos hat sich das Heidentum in der gegenwärtigen Welt weit verbreitet. Die gesamte Welt vom Atlantischen Ozean bis zum Pazifischen Ozean ist nahezu im Heidentum versunken. Die Angelegenheit erscheint, als ob das Christentum, die semitischen Religionen und der Buddhismus einander in der Verherrlichung und Verehrung von Götzen übertreffen wollen wie rennende Pferde.[9]
Ein anderer Hindu sagte in seinem Buch: „The Prevailing Hinduism“, dass die Kunst, Götzen herzustellen, noch nicht beendet ist, sondern kleine Götzen seien weiter dabei, dem existierenden ´Gottheiten-Komplex´ in großer Zahl in den unterschiedlichen geschichtlichen Perioden beizutreten, so dass sie unzählbar geworden seienSiehe “As-Sieratun-nabawiyyah” von Abil Hasan An-Nadwi S. 19-28.
Dies ist die Situation der Weltreligionen. Was die zivilisierten Länder angeht, wo große Regierungen gebildet wurden, wo zahlreiche Wissenschaften florierten und welche die Wiege der Zivilisation, der Industrie und der Kunst waren, so sind sie zu Ländern ohne Religion geworden. Es sind Länder, die ihre Herkunft und ihre Kraft verloren haben, in denen es keine rechtschaffenen Reformer und Lehrer gibt, wo der Atheismus öffentlich verkündet wird, Korruption aller Art wuchert, alle Standards sich geändert haben, und der Mensch sich selbst gegenüber wertlos geworden ist.
Aus diesem Grunde gibt es so viele Fälle von Selbstmord, werden Familienbande zertrennt, soziale Verbindungen werden in Unordnung gebracht, die Kliniken der Psychologen sind voller Patienten und der Markt der Zauberkünstler wurde eröffnet. In diesen sogenannten zivilisierten Nationen probiert der Mensch jedes Vergnügen aus und verfolgt jeden neu eingeführten und erfundenen Glauben, versucht, den Wunsch seiner Seele zu sättigen, sich glücklich zu machen und sich selbst Seelenfrieden zu verschaffen. Aber alle diese Vergnügungen und alle diese Glaubensrichtungen und Theorien schlagen darin fehl, für ihn diese Ziele zu erreichen und er muss in seinem psychologischen Elend und seiner spirituellen Qual weiter machen, bis er eine Beziehung zu seinem Schöpfer aufbaut und Ihn auf die Art und Weise anbetet, die Ihm gefällt und mit der Er Seine Gesandten geschickt hat.
Allah sagt, als Er die Situation dessen beschreibt, der sich von seinem Herrn abwendet und Rechtleitung von anderen als Ihm sucht (im Qur´an, was der Bedeutung nach so übersetzt werden kann):
Wer sich aber von Meiner Ermahnung abwendet, der wird ein beengtes Leben führen, und Wir werden ihn am Tag der Auferstehung blind (zu den anderen) versammeln
Er, der Gepriesene, unterrichtet uns auch über das Leben der wahren Gläubigen und ihre Freude in diesem weltlichen Leben.
als Er (im Qur´an, was der Bedeutung nach so übersetzt werden kann) sagt
Diejenigen, die glauben und ihren Glauben nicht mit Ungerechtigkeit verdecken, die haben (das Recht auf) Sicherheit, und sie sind rechtgeleitet
Er, dessen Lob groß ist, sagt (im Qur´an, was der Bedeutung nach so übersetzt werden kann)
Was aber diejenigen angeht, die glückselig sind, so werden sie im (Paradies)garten sein, ewig darin zu bleiben, solange die Himmel und die Erde währen, außer was dein Herr will, als eine unverkürzte Gabe
Wenn wir die Kriterien für eine wahre Religion auf alle diese Religionen anwenden – außer dem Islam – werden wir sehen, dass sie Mängel in diesen Kriterien aufweisen, wie von der Darlegung oben deutlich wird. Der größte Mangel, den diese Religionen aufweisen, ist der Monotheismus. Denn ihre Anhänger haben Allah andere Götter in der Anbetung zur Seite gestellt, zusätzlich zu der Tatsache, dass diese Religionen den Menschen kein Gesetz geben, das an allen Orten und zu allen Zeiten anwendbar ist und das sie, ihr Leben, ihren Glauben, ihre Ehre, ihre Nachkommen und ihr Eigentum schützen kann. Diese Religionen führen die Menschen weder zu Allahs Gesetz, das Er zu befolgen anordnet, noch gewähren sie ihnen Seelenfrieden und Glückseligkeit als Folge ihrer innewohnenden Widersprüche.
Was den Islam angeht, so wirst du in den kommenden Kapiteln feststellen, dass er die wahre Religion Allahs ist, mit der Er zufrieden ist und die Er für die Menschheit als Religion ausgewählt hat.
Am Ende dieses Abschnitts ist es passend, das Wesen des Prophetentums zu definieren und den Bedarf der Menschheit daran; und die Grundlagen der Mission der Gesandten und die Realität der letzten und immerwährenden Sendung des Islam zu erklären.
Referenzen
- zur weiteren Information siehe: “Ifhaam al-Yahuud” von Samuel bin Yahya Al-Maghrabi. Er war ein Jude, der zum Islam konvertiert ist.
- Das Wort ‘Talmud’ bedeutet: ‘Jüdisches Buch religiöser und moralischer Lehren’. Es ist eine Zusammenstellung von Fußnoten und Kommentaren ihres Buches ‘Mishna’, was ´das Gesetz´ bedeutet, gemäß jüdischer Gelehrter unterschiedlicher Generationen
- Zur Information lies: “Al-Yahuud alaa Hasab al-Talmud” von Dr. Rohlange und seine Übersetzung aus dem Französischen ins Arabisch in “Al-kanzul marsuud fie qawaaidit-talmuud’’ von Yuusuf Hanna Nasrullaah.
- für weitere Details lies: “Al-jawaab as-Sahieh liman baddala dienal-masieh” von Schaikh-ul Islaam Ibn Taymiyyah; “Izhaar al-Haqq” von Rahmatullaah Al-Hindie und “Tuhfatul-Arieb fie radd ‘alaa ubbaad As-Salieb”, von Abdullah At-Turjumaan, ein Konvertierter, der zuvor Christ gewesen ist.
- Rev. James Houston Baxter, “History of Christianity in the Light of Modern Knowledge”, Glasgow 1929 S. 407.
- Lies das Buch: “Iran during the reign of Sasanids” von dem Professor für östliche Sprachen an der Copenhagen University, Dänemark, und ein Spezialist in der Geschichte des Iran. Siehe auch “History of Iran” von dem Magier Shaeen Makareus.
- Siehe “The Ancient India” von Aishura Toba, einem Professor der Hinduistischen Zivilisation an der Universität von Haydrabad; und „The Discovery of India” von Jawahar lal Nehru, dem früheren indischen Premierminister S. 201-202.
- Siehe “Ancient India” von R. Dit, 3/287; und "The Prevailing Hinduism", von L.S.S.O. Malley S. 6-7.
- C.V. Vidya: History of Medieval Hindu. Bd. I (Poone 1921).