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Im vorigen Artikel haben wir eine umfassende Überlieferung vom Propheten Muhammad betrachtet.  Es ist eine kurze Geschichte über das Wesen des menschlichen Wesens, in Form einer Erzählung über die letzte Person, die das Paradies betritt.  Es war ein Mann der mit der Erlaubnis Gottes aus dem Höllenfeuer kroch.  Zuerst war der Mann dankbar dafür, dass er in dem Zwischenraum zwischen Paradies und Hölle war und lobpries Gott für Seine Gnade und Freundlichkeit.  Einige Zeit verging und ihm wurde bewußt, dass ein Baum gewachsen war.  Er betrachtete seinen robusten Stamm, seine starken Äste, Zweige und Blätter und sehnte sich danach, in seinem Schatten zu sitzen und seinen Durst von seiner Wasserquelle zu stillen.  Als die Erzählung weiter geht, sehen wir, dass jedesmal, wenn Gott dem Mann gibt, was er sich wünscht, der Mann etwas anderes benötigte; nur ein kleines bisschen mehr.    

Diese Geschichte betont die Tatsache, dass das menschliche Wesen fast nie vollständig zufrieden ist, er will immer noch mehr.  Auch wenn dies überraschend für jemanden klingen mag, der nie über den Zyklus von Wünschen, Bedürfnissen und Verlangen nachgedacht hat, dem viele von uns unterliegen, ist es für Gott nichts Neues.  Ihm, dem Schöpfer und Erhalter des Universums, ist das Wesen Seiner Geschöpfe wohl bekannt.    

Gott, der Schöpfer verfügt über vollkommenes Wissen.  Er kennt alles, das greifbare und das nicht greifbare.  Er weiß, was gewesen ist und was kommen wird.  Er ist der Allhörende, der Allwissende.  Gott sagt, dass Er uns näher als unsere Halsschlagader ist, nichts entgeht Seinem Wissen.  Wir können in der Lage sein, unsere schlechten Züge und Eigenschaften vor uns Gleichrangigen oder unseren Familien zu verbergen, aber Gott sieht alles; nicht nur das, Er versteht, was uns motiviert und was wir fürchten, lieben oder wünschen.  Und das ist der Grund aus dem Er uns immer wieder vergibt und uns mit Seiner Gnade umhüllt.  Wenn wir die Gnade Gottes benötigen, egal in welcher Situation wir uns befinden, wir brauchen Ihn nur darum zu bitten.

"Und wahrlich, Wir erschufen den Menschen, und Wir wissen, was er in seinem Innern hegt; und Wir sind ihm näher als (seine) Halsschlagader." (Quran 50:16)

Das Wörterbuch definiert Gnade als die Neigung, freundlich und vergebend zu sein, und das Gefühl, das Mitgefühl hervorruft.  Der arabische Begriff für Gnade ist Rahma und zwei der wichtigsten Namen Gottes sind von diesem Wort abgeleitet, Ar-Rahman – der Allerbarmer, und Ar-Rahiem – der Barmherzigste.  Die Gnade Gottes ist jene ätherische Eigenschaft, die Sanftmut, Fürsorge, Rücksichtnahme, Liebe und Vergebung verkörpert.  Wenn diese Eigenschaften in dieser Welt erkennbar sind, sind sie die bloße Widerspiegelung der Gnade Gottes gegenüber Seiner Schöpfung.  In dieser Geschichte können wir erkennen, wie sich die Gnade Gottes manifestiert, an der sanften Art und Weise, wie Er mit dem letzten Menschen umgeht, der aus dem Feuer der Hölle kriecht.

An diesem Punkt regt die Tatsache zum Nachdenken an, dass dieser Mensch das Paradies nicht aufgrund seiner guten Taten betritt.  Schließlich betritt er das Paradies durch die Gnade Gottes.  Man könnte sagen, dass Gott Seine Gnade gewährt, auch wenn es für das menschliche Auge nicht verdient ist.  Gott hat tatsächlich versprochen, dass jeder, der den wahren Glauben in seinem Herzen besitzt, eines Tages das Paradies betreten wird, auch wenn er viele Sünden begangen hat.  Um dieses Verständnis zu bestärken, hat uns der Prophet Muhammad folgende Aussage hinterlassen:

"Wer stirbt, ohne Shirk (Gott Partner zugesellen) mit Gott begangen zu haben, wird das Paradies betreten. "[1]

Die Tatsache, dass Menschen einschließlich der fragliche Mann, aus der Hölle heraus gebracht und ins Paradies gelassen werden, wird diesen gesegneten Menschen keinerlei Trauer oder Angst verursachen.  Dies ist so, weil Gott uns mitteilt, dass das Paradies ein Ort der Freude ist.  Es gibt weder im Qur´an noch in den Überlieferungen des Propheten etwas, das andeutet, dass diese Menschen aufgrund der Bestrafung, die sie in der Hölle erfahren haben, mit Bedauern leben werden, nachdem sie das Paradies betreten haben.  Dies wird an der Lust und Freude des Mannes deutlich, als er sich im Zwischenraum zwischen Paradies und Hölle befindet.  Er scheint sich augenblicklich erholt zu haben und der Zukunft entgegen zu sehen.  In anderen Überlieferungen des Propheten Muhammad erfahren wir, dass das Paradies den Muslim alle Not vergessen lassen wird, die er in dieser Welt erlitten hat, daher ist es nicht weit hergeholt zu sagen, dass dies auch die Not miteinschließt, die er in der Hölle erlebt hat, bevor er ins Paradies gelassen wurde.  Der Gesandte Gottes (Gottes Segen und Frieden seien auf ihm) sagte:

"Der wohlhabendste der Menschen in dieser Welt, von denen, die zur Hölle gehen werden, wird am Tag der Wiedererweckung herbei gebracht werden und einmal ins Feuer getaucht.  Dann wird gesagt: O Sohn Adams, hast du jemals etwas Gutes gesehen?  Hast du jemals Vergnügen gehabt?  Er wird antworten: Nein, bei Gott, o Herr.  Dann wird der mittelloseste der Menschen in dieser Welt von denen, die das Paradies betreten werden, gebracht und einmal in das Paradies getaucht, und es wird zu ihm gesagt: O Sohn Adams, hast du jemals etwas Schlechtes gesehen?  Hast du jemals eine Not erlebt?  Er wird antworten: Nein, bei Gott, o Herr.  Ich habe nie etwas Schlechtes gesehen und ich habe nie eine Not erlebt."[2]

Eine andere Andeutung dafür, dass ein Eintauchen in die Seligkeit des Paradieses jegliche Schwere hinwegnimmt, die davor dagewesen ist, selbst das Elend in der Hölle bestraft worden zu sein, ist die Aussage des Propheten: "Wer das Paradies betritt, wird die Seligkeit genießen und wird nicht unglücklich sein, seine Kleider werden nicht abgetragen und seine Jugend wird nicht schwinden."[3]

Dieser Segen zeigt, dass für den, der das Paradies betritt, das Elend ausgelöscht wird, und es ist allgemein in der Bedeutung und beinhaltet jeden, der es betritt, ob er zuvor in der Hölle gewesen ist oder nicht. 

Die Gnade Gottes kennt keine Grenzen.  Der Prophet Muhammad sagte ebenfalls:

"Gott hat einhundert Teile von Gnade, von denen Er einen zwischen Ğinn, Menschen, Tieren und Insekten aufgeteilt hat, wegen dem sie Mitgefühl haben und barmherzig zu einander sind, und wegen denen wilde Tiere gütig zu ihrem Nachwuchs sind.  Und Gott hat neunundneunzig Teile der Gnade bei Sich behalten, mit der Er am Tag der Wiedererweckung gnädig zu Seinen Dienern ist."[4]

FUSSNOTEN

  1. Sahieh Muslim
  2. Ibid
  3. Ibid
  4. Ibid


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