Im ersten Teil dieser Reihe ‘Erlösung im Islam’ haben wir gelernt, dass Erlösung erreicht werden kann, indem wir den Einen Gott anbeten. Wir beten Ihn Allein an und folgen Seinen Befehlen. Wir haben ebenfalls gelernt, dass der Islam das Konzept von der Erbsünde nicht anerkennt, daher glauben Muslime, dass alle Menschen sündenfrei geboren werden. Im folgenden Artikel werden wir über das christliche Konzept von der Erlösung diskutieren, das daraus besteht, dass Jesus für die Sünden der Menschheit gestorben sei, und wir werden entdecken, dass dieses Konzept vom Islam gänzlich zurückgewisen wird. Erlösung im Islam wird durch Tauhid, Monotheismus erreicht.
Tauhid ist ein arabisches Wort, das Einheit bedeutet, und wenn wir über Tauhid in Bezug auf Gott reden, bedeutet das, sich der Einheit Gottes klar zu werden und sie zu bestätigen. Es ist der Glaube, dass Gott Einer ist, ohne Partner und ohne Teilhaber. Es gibt keine Gottheit, die es wert ist, anbebetet zu werden, außer Allah, und dies ist das Fundament des Islam. Diesen Glauben mit dem Glauben, dass Muhammad Sein Gesandter ist, zu bekennen, macht aus einer Person einen Muslim. An den Tauhid mit Sicherheit zu glauben, ist das, was die Erlösung garantiert.
"Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden und Ihm ebenbürtig ist keiner.""
"Schöpfer der Himmel und der Erde! Wie sollte Er einen Sohn haben, wo Er keine Gefährtin hat und wo Er alles erschuf und alle Dinge kennt? Er ist Allah, euer Herr. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge; so betet Ihn an. Und Er ist der Hüter aller Dinge. Blicke können Ihn nicht erreichen, Er aber erreicht die Blicke. Und Er ist der Allgütige, der Allkundige."
Muslime beten Gott ohne irgendwelche Zwischenhändler an, Er hat keine Partner, Teilhaber, Söhne, Töchter oder Helfer. Anbetung wird einzig und allein Gott zuteil, denn Ihm Allein gebührt die Anbetung. Es gibt nichts Größeres als Gott.
Der christliche Glaube, dass Jesus der Sohn Gottes ist oder Gott Selbst, steht in direktem Widerspruch zum Tauhid. Das Konzept von einer Trinität, Vater, Sohn und Heiligem Geist wird im Islam ebenfalls fest abgelehnt. Die Vorstellung, dass Jesus gesühnt hat (oder unsere Seelen bewahrt hat) durch sein Sterben ist eine Vorstellung, die mit dem islamischen Glauben völlig auf Kriegsfuß steht.
"Wahrlich, dies ist die Geschichte der Wahrheit, und es ist kein Gott außer Allah, und Allah Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allweise…"
Der islamische Glaube über die Kreuzigung Jesu´ und seinen Tod sind deutlich. Er ist nicht gestorben, um für die Sünden der Menschheit zu sühnen. Es gab einen Komplott, um Jesus zu kreuzigen, aber er gelang nicht; er ist nicht gestorben, sondern zum Himmel aufgestiegen. In den letzten Tagen, die zum Tag des Gerichts führen, wird Jesus zu dieser Welt zurück kehren und den Glauben an die Einheit Gottes verbreiten. Der Qur´an teilt uns mit, dass Jesus verneinen wird, dass er jemals die Menschen aufgefordert hat, zu ihm zu beten, anstatt oder gemeinsam mit Gott.
"Wahrlich, Gott wird es nicht vergeben, daß Ihm Götter zur Seite gestellt werden; doch Er vergibt das, was geringer ist als dies, wem Er will. Und wer Allah Götter zur Seite stellt, der hat wahrhaftig eine gewaltige Sünde begangen."
In seinen Überlieferungen hat der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, uns mitgeteilt, dass Gott sagte:
"Ich bin Mir Selbst genüge. Ich benötige keinen Teilhaber. Wer daher eine Tat um eines anderen Willen ebenso wie zu meinem Willen tut, von dessen Tat sage ich mich los, zugunsten dessen, den er Mir zur Seite stellte."
Allerdings selbst die größte Sünde, Gott Partner zur Seite zu stellen, kann vergeben werden, wenn man sich Gott aufrichtig und voller Reue zuwendet.
"Sprich zu denen, die ungläubig sind, daß ihnen das Vergangene verziehen wird, wenn sie (von ihrem Unglauben) absehen."
Jedes menschliche Wesen kann Erlösung erreichen, indem es den Einen Gott anbetet. Mit Gott verbunden zu bleiben und Fehler und Sünden zu bereuen, ist der Weg zur Erlösung. Im nächsten Artikel werden wir über die Bedingungen für die Reue sprechen.