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„Er war mit Sicherheit ein höchst ungewöhnlicher und besonderer Mann, der in seinem Leben die Tugenden der Demut, des Mitgefühls, des Gehorsams und des Durstes nach Gerechtigkeit vorlebte. Er rief alle Menschen zur Anbetung und Verehrung des einen und einzigen Gottes aller Schöpfung... Die Botschaft Muhammads war und ist bis zum heutigen Tage eine Botschaft von Frieden, Gnade und Barmherzigkeit.“ William W. Baker, ehem. Hochschulprofessor für Alte Geschichte und Bibelwissenschaft, Mitglied des Near East Institute of Archaeology und der Oxford Philosophical Society, in „More in Common Than You Think“, 1988 Defenders Publications. S. 6-7.

Chronologie des Lebens des Propheten

570 u.Z. Geburt des Propheten Muhammad

610 u.Z. Er empfängt die erste Offenbarung des Koran.

612 u.Z. Der Prophet Muhammad beginnt, öffentlich zu predigen.

615 u.Z. Die muslimische Gemeinschaft wird von den Reichen und Mächtigen in Mekka verfolgt.

622 u.Z. Hidschra – Siebzig muslimische Familien wandern nach Medina aus, gefolgt vom Propheten Muhammad.

624 u.Z. Die Schlacht von Badr – Die Muslime erringen einen spektakulären Sieg über die Streitkräfte der Mekkaner.

625 u.Z. Die Schlacht von Uhud – Die Truppen der Muslime erleiden nach anfänglichem Sieg große Verluste.

627 u.Z. Der Grabenkrieg – Die Muslime wehren die belagernde mekkanische Armee ab und besiegen sie.

628 u.Z. Ein Friedensabkommen zwischen Mekka und Medina wird unterzeichnet.

630 u.Z. Mekka bricht das Friedensabkommen. Der Prophet Muhammad und seine Armee ziehen in das widerstandslose Mekka ein.

632 u.Z. Tod des Propheten Muhammad.

Die Muslime glauben, dass Gott Propheten zu jeder Kultur und jedem Volk gesandt hat. Einige davon werden im Koran namentlich genannt, andere nicht. Wie schon in Teil 1 im Abschnitt „Die sechs Glaubensartikel“ erwähnt, brachten die Propheten alle dieselbe Botschaft: Betet Gott allein an und folgt den Propheten, die Er gesandt hat. Nach dem Glauben der Muslime war der Prophet Muhammad der letzte von Gott zur gesamten Menschheit gesandte Prophet. Er war ein Nachkomme des Propheten Ismael, des Sohnes des Propheten Abraham. Er behauptete nie, Gott zu sein oder göttliche Macht zu haben. Er forderte keine besondere Würdigung oder Ehrung seiner selbst. Seine Botschaft ist vollständig erhalten und wird in Teil 4 behandelt. Man glaubt überdies, dass sein Kommen in mehreren Versen der Bibel vorhergesagt wurde, z.B.:

„Ich (Gott) will ihnen einen Propheten, wie du (Moses) bist, aus ihren Brüdern erwecken und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde.“[1]

„Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Beistand geben, dass er bei euch bleibe in Ewigkeit.“[2]

Muhammad, dessen Name im Arabischen „der Gepriesene“ bedeutet, wurde in der Stadt Mekka geboren, die ein Zentrum des Handels war und im heutigen Saudi-Arabien liegt. Er war der Sohn eines jungen Paares aus dem Stamm der Quraisch. Sein Vater Abdullah starb zwei Monate vor seiner Geburt und seine Mutter Amina starb, als er sechs Jahre alt war. Beide Eltern stammten aus einfachen Verhältnissen, waren jedoch angesehen. Sein Großvater Abdul-Muttalib war praktisch das Oberhaupt des mekkanischen Gemeinwesens und der Wächter der Ka‘ba, des würfelförmigen Gebäudes in Mekka, das vom Propheten Abraham zur Verehrung Gottes gebaut worden war. Nach dem Tod seines Großvaters wurde Muhammad von seinem Onkel Abu Talib adoptiert, einem großzügigen und freundlichen Mann war, der allerdings nicht reich war. Schon als Junge musste Muhammad seinen eigenen Lebensunterhalt verdienen. Erst diente er als Hirtenjunge, dann als Gehilfe bei den Handelskarawanen seines Onkels, die in den Norden Arabiens und nach Syrien zogen. Auf diesen „Geschäftsreisen“ eignete er sich die Fertigkeiten des Händlers an. Diese Fertigkeiten fielen später der wohlhabenden, verwitweten Geschäftsfrau Khadidscha auf. Sie stellte Muhammad an, damit er ihr Handelsunternehmen führe. Sie heirateten, als Khadidscha vierzig und Muhammad fünfundzwanzig Jahre alt war. Aus dieser Ehe gingen sechs Kinder hervor: zwei Jungen, die schon als Kleinkinder starben, und vier Mädchen. Muhammad blieb mit seiner Frau fünfundzwanzig Jahre lang verheiratet (bis zu ihrem Tod), obwohl das Heiraten mehrerer Frauen kulturell akzeptiert war.

Mehrere Jahre lang pflegte er zur Meditation und Besinnung in eine Höhle im Berg Hira zu gehen, der am Stadtrand von Mekka liegt. Genau dort hörte er im Alter von vierzig Jahren die Stimme:

„Lies im Namen deines Herrn, Der erschaffen hat, den Menschen erschaffen hat aus einem Anhängsel. Lies, und dein Herr ist der Edelste, Der (das Schreiben) mit dem Schreibrohr gelehrt hat, den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste.“

(Koran 96:1-5)

So begann die Offenbarung von Gott durch den Engel Gabriel an Muhammad, den Propheten Gottes.

Den mekkanischen Führern missfiel die neue Botschaft sehr, die ihre Götzenverehrung ablehnte.   Die meisten der frühen Gläubigen stammten aus den unteren Klassen der Gesellschaft; sie fühlten sich von der Botschaft von der Gleichheit der Menschen und der Gerechtigkeit angezogen. Die mächtigen Mekkaner folterten sie. Nach jahrelangen Übergriffen schickte der Prophet Muhammad einen Teil der Muslime zu einem gerechten und fairen christlichen König in Afrika.

Das Jahr 620 - Muhammad war fünfzig - war von Leid und Kummer geprägt, da sowohl seine Frau als auch sein Onkel Abu Talib im selben Jahr verstarben. Da er nun den Schutz seines Onkels nicht mehr hatte, wandte sich der Prophet Muhammad an andere Städte, um Unterstützung und Zuflucht zu finden. Schließlich luden die Bewohner Medinas die Muslime in ihre Stadt ein und behandelten sie wie Familienmitglieder.

In Medina fertigte Muhammad eine Stadtverfassung an, die allen Bewohnern ihre Rechte zusicherte, und schloss Verträge mit allen benachbarten Stämmen und Städten. Niemand wurde gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Im Lauf der folgenden Jahre kam es zu mehreren Schlachten, bis endlich bei Hudaibiya eine Waffenruhe ausgerufen wurde. Als die Waffenruhe gebrochen wurde, marschierte der Prophet Muhammad auf Mekka. Anstatt auf Rache und Plünderung zu sinnen, gewährte der Prophet Muhammad den Einwohnern Mekkas Amnestie. Die Mekkaner ihrerseits nahmen den Islam an.

  1. [1] Deuteronomium 18:18
  2. [2] Johannes 14:16


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