Der Prophet Muhammad - Gottes Lob und Friede seien auf ihm - wurde als “Gnade für alle Welten” angekündigt, wie Gott
im Quran sagte:
“Wir sandten dich als Gnade für alle
Welten.”
Die Empfänger dieser Gnade waren nicht nur
auf die muslimische Gemeinschaft beschränkt, sondern auch Nicht-Muslime, von
denen manche alle ihre Anstrengungen darauf konzentrierten, dem Propheten und
seiner Botschaft zu schaden. Diese Gnade und Barmherzigkeit zeigt ganz
deutlich die Tatsache, dass der Prophet, möge Gott ihn loben, niemals aus
persölichen Gründen Rache an jemandem übte und sogar seinen erbittertesten
Feinden ihre Angriffe auf seine eigene Person verzieh. A´ischa sagte, dass der
Prophet nie aus eigenem Antrieb Rache an irgendjemandem übte. Sie betonte
auch, dass er niemals Schlechtes mit Schlechtem vergolt, aber er pflegte, zu
vergeben und zu verzeihen. Dies wird – wenn Gott will – nach einer eingehenden
Analyse der folgenden Stationen seines Lebens verdeutlicht werden.
Zu einem früheren Zeitpunkt seiner Mission
reiste der Prophet in die Stadt Taif, die sich in den Bergen in der Nähe von
Mekka befindet, um die Bewohner zum Islam einzuladen. Die Führer Taifs
behandelten den Propheten allerdings unzivilisiert und grob. Sie begnügten sich
aber nicht nur mit ihrem unverschämten Verhalten ihm gegenüber, sondern wiegelten
obendrein auch mehrere Banden in der Stadt gegen ihn auf, die ihn belästigten.
Der Pöbel verfolgte den Propheten schreiend, beschimpfend und mit Steinen nach
ihm werfend, bis er gezwungen war, Zuflucht in einem Obstgarten zu suchen. Offensichtlich
hatte der Prophet in Taif sogar noch mehr Hindernisse zu ertragen als in
Mekka. Diese Rohlinge stellten sich auf beiden Straßenseiten auf, bewarfen ihn
mit Steinen, bis seine Füße verletzt waren und blutverschmiert waren. Diese
Niedergeschlagenheit bedrückte den Propheten so tief und stieß ihn in einen
Zustand von Traurigkeit, so dass er spontan ein Gebet sprach, in dem er seine
Hilfslosigkeit und Verzweiflung zum Ausdruck brachte und Gott um Hilfe
anflehte:
“O Gott, bei Dir beklage ich meine Schwäche, meinen Mangel an Zuflucht und die Demütigung vor diesen Menschen. Du bist der Gnädigste, der Herr der Schwachen und mein Meister. Wem willst Du mich überlassen? Jemandem fremden, mit einem bösen Willen oder einem Feind, der Macht über mich hat? Wenn Du mir keinen Wert beimisst, stört mich das nicht, denn Deine überreiche Gunst ist mit mir. Ich suche Zuflucht im Licht Deiner Zufriedenheit, durch das alles Dunkel sich verstreut und jede Angelegenheit dieser Welt und der Nächsten richtiggestellt wird, damit nicht Dein Ärger oder das Licht Deines Missfallens auf mich herabkommt. Ich benötige nur Deine Zufriedenheit und Deine Genugtuung, denn nur Du befähigst mich, Gutes zu tun und das Böse zu vermeiden. Es gibt keine Kraft und keine Macht außer Dir.”
Da sandte der Herr den Engel der Berge,
der den Propheten um Erlaubnis bat, die beiden Berge zusammenzuschieben und die
Stadt Taif zu zermalmen, die zwischen ihnen liegt. Aus seiner großartigen
Duldsamkeit und Gnade heraus antwortete der Gesandte Gottes
Nein! Denn ich hoffe, dass Gott aus ihren Lenden Menschen hervorbringt, die Gott Allein anbeten werden und Ihm nichts zur Seite stellen
Seine Gnade und sein Mitgefühl waren so
großartig, dass ihn Gott Selbst bei mehr als einer Gelegenheit dafür
zurechtwies. Einer des größten Gegner des Islam und ein persönlicher Feind war
Abdullah ibn Ubayy, der Führer der Heuchler von Medina. Nach außen hin
behauptete er, Muslim zu sein, und heimlich fügte er den Muslimen und der
Mission des Propheten sehr großen Schaden zu. Obwohl er über diese Dinge
Bescheid wusste, betete der Prophet das Totengebet für ihn und bat Gott um
Vergebung für ihn.
Der Quran erwähnt diesen Vorfall mit den Worten
(O Muhammad,) Und bete nie für einen von ihnen, der stirbt, noch stehe an seinem Grabe; (denn) sie glaubten nicht an Gott und an Seinen Gesandten, und sie starben als Frevler
Abdullah bin Ubayy arbeitete sein ganzes
Leben lang gegen Muhammad und den Islam und er ließ keine Möglichkeit
unversucht, um seine Mission in Verruf zu bringen und zu bekämpfen. Er zog
seine dreihundert Helfer bei der Schlacht von Uhud zurück und brach damit den
Muslimen fast auf einen Streich das Rückgrat. Er engagierte sich bei Intriegen
und feindlichen Machenschaften gegen den Propheten des Islam und die Muslime. Er
war es auch, der versuchte, Schande über den Propheten zu bringen, indem er
seine Verbündeten anstiftete, fälschlicherweise A´ischa, die Frau des Propheten,
des Ehebruchs zu beschuldigen, um ihn und seine Botschaft in Verruf zu bringen.