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Die Bedeutung des Wortes „Islam“

Das arabische Wort „Islam“ bedeutet „friedvolle Verehrung und Ergebenheit gegenüber dem Einen Gott“. Einen Menschen, der an den Islam glaubt und ihn praktiziert, nennt man „Muslim“. Der Islam bringt den Menschen in eine Beziehung mit Gott, die sich auf Liebe, Gottesfurcht, Ergebenheit und Hoffnung gründet.

Beim Islam handelt es sich nicht um eine neue Lehre, sondern um eine Fortführung der Wahrheit, die in der Vergangenheit schon von Moses, Jesus und anderen großen Propheten überbracht wurde. Der Islam fing nicht mit Muhammad an, sondern ist vielmehr dieselbe reine Botschaft, die bereits von früheren Propheten gelehrt wurde, die dann jedoch durch Eingriffe des Menschen verändert wurde. In anderen Worten: „Islam“ zu Moses‘ Zeit bedeutete, an Gott allein zu glauben, ihn allein zu verehren und dem Propheten Moses folgen. „Islam“ zur Zeit Jesu bedeutete, an Gott allein zu glauben, ihn allein zu verehren und den wahren Lehren Jesu zu folgen. „Islam“ nach dem Kommen des Propheten Muhammad bedeutet, an denselben Gott zu glauben und ihn zu verehren, jedoch dem letzten und endgültigen Propheten Muhammad zu folgen, Friede sei auf ihnen allen.

Die sechs Glaubensartikel

Muslime haben eine gemeinsame Basis von Grundüberzeugungen, die als „Glaubensartikel“ bezeichnet werden:1. Der Glaube an Einen Gott

Die wichtigste Lehre des Islam lautet, dass nur Gott allein angebetet werden darf und dass nur ihm allein gedient werden darf. Auch besteht die größte Sünde im Islam darin, die Anbetung auf andere Objekte oder Wesen zu richten, sei es in Verbindung mit Gott oder ausschließlich auf sie. Tatsächlich ist dies die einzige Sünde, die Gott einem Menschen nicht vergeben wird, wenn er stirbt, ohne sie zu bereuen.

2. Der Glaube an die Engel

Gott hat aus Licht Wesen erschaffen, die Engel genannt werden. Was sind die Aufgaben der Engel? Grundsätzlich sind sie Überbringer von Botschaften, allgemeiner formuliert führen sie in Natur und Universum Gottes Befehle aus. Wie Muslime überdies glauben, wachen die Engel über die Menschheit, und jeder Mensch hat sie als ständige Begleiter.  Sie schreiben die guten und die schlechten Taten eines jeden Menschen auf. Es wird kein Wort ausgesprochen, ohne dass sie es aufzeichnen.

3. Der Glaube an die offenbarten Schriften

Muslime glauben, dass Gott Seine Weisheit und Seine Anweisungen einem Teil der Propheten durch „Bücher“ offenbarte. Gott offenbarte David die Psalmen, Moses die Tora und Jesus das Evangelium. Im Laufe der Zeit erfuhren die ursprünglichen Lehren dieser Bücher jedoch Veränderungen oder gingen verloren. Muslime glauben, dass der Koran (andere Schreibweise: „Quran“) die endgültige Offenbarung Gottes an den Propheten Muhammad ist. Der Koran ist vollständig in seiner Originalsprache (Arabisch) erhalten.

4. Der Glaube an Gottes Propheten

Muslime glauben, dass Gott mit uns durch menschliche Propheten kommuniziert, die zu verschiedenen Zeiten zu allen Rassen und Völkern gesandt wurden. Die Reihe der Propheten fing mit Adam an und schließt Noah, Abraham, Moses und Jesus ein. Sie endet mit Muhammad, Friede sei auf ihnen allen. Jeder Prophet überbrachte dieselbe Wahrheit aus derselben Quelle; daher ehren wir sie und glauben an sie alle. Ihre Hauptbotschaft war stets die, dass es nur einen wahren Gott gibt und dass Er allein es verdient, angebetet und verehrt zu werden. Der Islam lehrt, dass Jesus ebenso wie andere Propheten vor seiner Zeit ein Prophet Gottes war, nicht der Sohn Gottes, denn nach muslimischem Glauben hat Gott keine Kinder.

5. Der Glaube an den Tag des Gerichts

Das Leben endet nicht mit dem Tod. Nach der Lehre des Islam kommen diese Welt und die Menschheit an einem festgesetzten Tag zum Ende. Zu diesem Zeitpunkt wird Gott jeden Menschen von den Toten auferwecken. Er wird das Leben jedes Menschen prüfen und jede Seele nach zwei Kriterien beurteilen: nach ihrem Glauben und ihren Taten. Es ist die „Bilanz“ zwischen dem Guten und dem Bösen, das wir getan haben, die über unseren endgültigen Bestimmungsort entscheidet. Gott wird bei seinem Urteil Barmherzigkeit und Gerechtigkeit walten lassen. Den Lehren des Islam zufolge werden diejenigen, die sich Gott in Verehrung ergaben und Gutes taten, mit dem Paradies belohnt. Diejenigen, die den Glauben an Gott von sich wiesen und denen das Gute nicht wichtig war, werden in der Hölle bestraft.

6. Der Glaube an die Vorherbestimmung

Muslime glauben, dass nichts in unserem Leben rein zufällig geschieht. Alles geschieht mit genauem Wissen und voller Erlaubnis Gottes, da Er der Erhalter allen Lebens ist. Diese Ansicht stellt keinen Widerspruch zum Konzept des freien Willens dar. Gott übt keinen Zwang auf uns aus; ihm sind unsere Entscheidungen im Voraus bekannt, denn Sein Wissen über die Zukunft ist allumfassend. Er weiß also, wie wir uns verhalten werden. Dies anzuerkennen hilft einem Muslim, Schwierigkeiten und Nöte durchzustehen.

Die fünf „Säulen“ des Islam

Eine Säule ist eine Stütze; etwas, das ein Bauwerk aufrecht hält. Der Islam ist wie ein Haus, das auf dem Felsen der Ergebenheit gebaut ist und das von diesen fünf „Säulen“ oder grundlegenden Praktiken gestützt wird. Daraus folgt, dass alles andere von diesen Säulen abhängig ist. Diese sind: Glaubensbekenntnis, Gebet, Fasten, Almosengabe und Pilgerfahrt.

1. Die erste Säule: Das Glaubensbekenntnis

In den Islam tritt man ein, indem man eine einfache Erklärung abgibt:

„Es gibt keinen, der die Anbetung verdient außer Gott (Allah), und Muhammad ist der Gesandte (Prophet) Gottes.“

Menschen jeder Rasse, Herkunft und Volkszugehörigkeit können den Islam annehmen und Muslime werden. Die Türen von Gottes Annahme und Vergebung stehen jedem Menschen offen. Wenn man Gott annimmt, erkennt man Ihn als größte einflussnehmende Kraft im Leben an. Gottes Willen zu befolgen und zu tun, was vor Gott Gefallen findet, wird dann wichtiger als alles andere, auch wichtiger als die Bedürfnisse von Körper und Ego. Indem man Muhammad als Gesandten Gottes anerkennt, verpflichtet man sich, seinen Lehren zu folgen, denn sie kommen ja von Gott.

2. Die zweite Säule: Das tägliche Gebet

Gebete sind im Leben eines Muslims von zentraler Bedeutung. Sie geben spirituelle Kraft und inneren Frieden. Sie werden fünfmal am Tag verrichtet und stellen eine direkte Verbindung eines Muslims zu Gott her. In einer Moschee versammeln sich Muslime zum Gebet; dieses Gebet kann jedoch an jedem beliebigen Platz dargebracht werden. Am Freitag, dem wichtigsten Tag der Woche, sind muslimische Männer zum mittäglichen Besuch der Moschee aufgefordert, um eine kurze Predigt anzuhören und am Gebet in der Gruppe teilzunehmen.

3. Die dritte Säule: Die Almosengabe (Zakah)

Die Zakat ist eine Almosengabe, die von jedem Muslim verlangt wird, der ausreichende Mittel hat, sie zu zahlen. Die jährliche Almosengabe wird als Läuterung des eigenen Reichtums betrachtet. Sie erinnert uns daran, dass alle Dinge von Gott kommen und dass alle Dinge Gott gehören. Wir sind lediglich die Verwalter dessen, was wir bekommen haben. Im Islam ist es die Pflicht des Reichen, dem Armen zu helfen.

4. Die vierte Säule: Das Fasten im Monat Ramadan

Es ist ein Gebot für alle Muslime, die dazu in der Lage sind, jedes Jahr einen Monat lang vom Tagesanbruch bis zum Sonnenuntergang zu fasten. Diese Zeit der intensiven spirituellen Hingabe wird als Fasten des Ramadan bezeichnet; während dieses Fastens sind Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr, Streiten und Kämpfen untersagt. Der Ramadan ist ein Monat, in dem Selbstbeherrschung geübt wird und in dem Gebete und Andacht im Mittelpunkt stehen. Beim Fasten lernen Muslime, mit denen mitzufühlen, die wenig zu essen haben.

5. Die fünfte Säule: Die Pilgerfahrt nach Mekka

Alle Muslime sind dazu aufgefordert, eine Pilgerfahrt nach Mekka (in Saudi-Arabien) zu machen, wenn sie sich dies leisten können. Die Ka’ba, ein schwarzer würfelförmiger Bau mitten in Mekka, ist der heiligste Ort im Islam. Sie wurde vom Propheten Abraham und seinem Sohn Ismael gebaut. Auf der ganzen Welt wenden sich Muslime bei allen ihren Gebeten Richtung Ka’ba. Der Haddsch ist die intensivste spirituelle Erfahrung für einen Muslim. Jedes Jahr begeben sich zwei bis drei Millionen Muslime aus aller Welt auf die Pilgerfahrt.

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